Die drei großen Posten im Bau
Fahrzeuge und Maschinen. Transporter, Lkw, Bagger, Radlader und Stromaggregate laufen mit Diesel. Bei vielen Baubetrieben steckt hier der größte Teil der Emissionen. Die Tankkarten-Auswertung genügt; wer nur Kilometer kennt, schätzt über Anzahl, Fahrleistung und Verbrauch.
Abfall. Bauschutt (Abfallschlüssel 17 01 07), gemischte Bau- und Abbruchabfälle (17 09 04), Holz (17 02 01), Metalle und Gipsabfälle stehen auf den Wiegescheinen oder Containerrechnungen. Asbesthaltige Baustoffe (17 06 05*) sind gefährlich und werden getrennt ausgewiesen. Der Standard fragt auch nach dem Anteil, der recycelt wird; das steht meist auf dem Beleg des Entsorgers.
Material. Wer viel Material verbaut, gibt nach B7 zusätzlich die wichtigsten Materialmengen an, etwa Beton, Stahl oder Dämmstoff in Tonnen oder Kubikmetern. Das ist für Bauunternehmen „wenn zutreffend“ und wird von großen Auftraggebern häufig gefragt.
Was auf der Baustelle zur eigenen Bilanz zählt
Diesel für Bagger, Radlader und Aggregate rechnen wir mit 2,58354 kg CO2e je Liter. Dachdecker und Abdichter verbrauchen zusätzlich Flüssiggas für Brenner, je Liter 1,55713 kg CO2e (beide DESNZ 2026, Übersicht unter Emissionsfaktoren). Gas- oder Ölheizer zur Bautrocknung und für Winterbaustellen gehören ebenfalls in Scope 1, sofern Sie den Brennstoff kaufen.
Beim Baustrom entscheidet, wer ihn bezieht. Läuft der Baustromzähler auf Ihren Betrieb und bezahlen Sie die Rechnung, gehört der Verbrauch in Ihr Scope 2. Stellt der Bauherr den Anschluss und rechnet den Strom nicht mit Ihnen ab, steht er in seiner Bilanz. Eine pauschale Baustromumlage ohne kWh-Angabe lässt sich keiner Menge zuordnen; vermerken Sie sie, statt sie zu schätzen.
Weitere Angaben im Basismodul
B4 (Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden) ist nur auszufüllen, wenn Sie solche Emissionen ohnehin einer Behörde melden müssen oder freiwillig über ein Umweltmanagementsystem berichten. Für die meisten Bau- und Ausbaubetriebe trifft das nicht zu. B5 fragt, ob feste Standorte in oder nahe einem Gebiet mit schutzbedürftiger Biodiversität liegen, etwa einem Natura-2000-Gebiet. Ein Bauhof am Ortsrand kann darunter fallen; Baustellen zählen auch hier nicht.
In B8 und B9 stehen nur Ihre eigenen Beschäftigten. Nachunternehmer und Leiharbeitskräfte gehören nicht in diese Zahlen, auch wenn sie auf Ihrer Baustelle arbeiten. Unter B9 fragt der Standard außerdem nach Todesfällen infolge von Arbeitsunfällen oder arbeitsbedingten Erkrankungen.
Arbeitsschutz
Im Bericht steht die Zahl der meldepflichtigen Unfälle (mehr als drei Tage Ausfall) und die Quote je 200.000 Arbeitsstunden. Die Stunden kommen aus der Lohnbuchhaltung; ohne diese Zahl rechnen wir mit 2.000 Stunden je Vollzeitkraft, wie die EFRAG-Vorlage es vorsieht, und kennzeichnen das.
Was öffentliche Auftraggeber fragen
Seit dem 1. Juli 2026 genügt bei Vergaben oft zunächst eine Eigenerklärung (IHK Schwerin zum Vergabebeschleunigungsgesetz). Umweltangaben können trotzdem gefragt sein, etwa als Zuschlagskriterium. Ein VSME-Bericht ist dafür keine Pflicht, liefert aber belegte Zahlen, auf die Sie in Erklärungen verweisen können. Ein Beispiel: Musterbericht. Zur CO2-Rechnung: CO2-Bilanz im Handwerk.
Was es kostet
- VSME-Basisbericht mit CO2-Bilanz249,00 €Bericht B1 bis B11 als PDF, EFRAG-Excel-Vorlage mit Ihren Werten, CO2-Bilanz Scope 1 und 2 auf zwei Seiten. Fertig in etwa einer Stunde.
- VSME-Basisbericht plus Antworten auf einen Kundenfragebogen299,00 €Alles aus dem Basisbericht, dazu die Antworten auf den Fragebogen Ihres Kunden oder Ihrer Bank (bis 60 Fragen). Fertig in etwa 4 Stunden.
- VSME-Bericht Basis und Zusatzmodul (C1 bis C9) plus ein Kundenfragebogen399,00 €Für Banken und größere Kunden: zusätzlich Strategie, Klimaziel, Klimarisiken, Verhaltenskodex und Leitungsorgan. Fertig in etwa 4 Stunden.
- Antworten auf einen Kundenfragebogen99,00 €Ihr Fragebogen als PDF, Word oder Excel wird aus Ihren Angaben beantwortet, offene Punkte sind markiert. Fertig in etwa 4 Stunden.
Dazu wählbar: Aufpreis Fragebogen mit 61 bis 150 Fragen für 49,00 €, Weitergabepaket: Begleitschreiben und Selbsterklärung zur Unternehmensgröße für 19,00 €.
Angebot nur für Unternehmer. Alle Preise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, einmalig, kein Abo. Die Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer kommt automatisch per E-Mail.
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Häufige Fragen
Gehören die Baustellen als Standorte in den Bericht?
Nein. In B1 stehen die festen Standorte: Sitz, Bauhof, Lager. Baustellen sind vorübergehend. Energie, die Sie auf Baustellen selbst einkaufen und verbrauchen, etwa Diesel für Bagger und Aggregate, gehört aber in Scope 1.
Wir sind ein Baubetrieb. Brauchen wir einen Klima-Übergangsplan?
Der Bau gehört nach dem Standard zu den Sektoren mit hoher Klimawirkung (NACE-Abschnitt F). Im Zusatzmodul C3 ist dann anzugeben, ob es einen Übergangsplan gibt oder wann einer geplant ist. Einen Plan zu haben, ist keine Pflicht. Wir übernehmen Ihre Antwort und schreiben keinen Plan.
