Wo die Emissionen im Handwerk entstehen
Bei den meisten Betrieben in Bau, Ausbau und Gebäudetechnik ist der Fuhrpark der größte Posten. Transporter und Montagefahrzeuge fahren täglich zu Baustellen, ein Liter Diesel steht für rund 2,6 kg CO2e. Danach kommt die Heizung von Werkstatt und Büro, dann der Strom. Bei Bäckereien und Metallbetrieben ist es oft umgekehrt: Öfen, Kältetechnik, Maschinen und Druckluft brauchen viel Strom und Gas.
Drei Beispiele mit erfundenen Zahlen
| Betrieb | Strom | Wärme | Fahrzeuge | Scope 1 | Scope 2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Elektro, 8 Beschäftigte | 21.400 kWh | 38.500 kWh Erdgas | 9.100 l Diesel | 30,53 t | 7,36 t |
| Bäckerei, 25 Beschäftigte | 186.000 kWh | 412.000 kWh Erdgas | 14.200 l Diesel | 125,60 t | 63,98 t |
| Metallbau, 60 Beschäftigte | 612.000 kWh | 61.500 m³ Erdgas | 31.800 l Diesel, 2.400 l Benzin | 215,41 t | 211,63 t |
Die Bäckerei enthält 3,5 kg nachgefülltes Kältemittel R404A. Das allein sind knapp 14 t CO2e, weil R404A ein sehr starkes Treibhausgas ist. Wer Kühltechnik betreibt, sollte das Wartungsprotokoll also nicht vergessen. Beim Metallbau kommen Ladestrom für einen E-Transporter und Kältemittel der Hallenklimatisierung dazu.
Je Beschäftigtem verglichen
Eine Tonnenzahl allein sagt wenig. Teilt man Scope 1 und 2 zusammen durch die Zahl der Beschäftigten, ergibt sich für den Elektrobetrieb 37,89 t auf 8 Köpfe, also 4,7 t. Die Bäckerei kommt mit 189,58 t auf 25 Beschäftigte auf 7,6 t, der Metallbau mit 427,04 t auf 60 Beschäftigte auf 7,1 t. Beim Elektrobetrieb treibt der Diesel den Wert, bei Bäckerei und Metallbau sind es Strom und Prozesswärme. Fair ist ein Vergleich nur mit denselben Faktoren und demselben Berichtsjahr; für Strom 2025 sind das 344 g je kWh (Emissionsfaktor Strom 2025).
Holz und Pellets
Tischlereien und Zimmereien heizen oft mit Pellets oder eigenen Holzresten. Das CO2 aus der Verbrennung von Holz ist biogen und wird nach dem GHG Protocol getrennt von Scope 1 ausgewiesen. Im Faktor für Holzpellets stecken deshalb nur Methan und Lachgas, 0,05725 kg CO2e je kg (DESNZ 2026). Eine Tonne Pellets ergibt rund 57 kg CO2e. In den Energieverbrauch gehört die verheizte Menge trotzdem, dort als erneuerbarer Brennstoff.
Typische Fehler beim Selbstrechnen
- Gas in m³ statt kWh eingetragen. Die Rechnung nennt beides; gerechnet wird mit kWh nach Brennwert.
- Strom in MWh statt kWh. Ein Wert unter 500 kWh bei mehreren Beschäftigten deutet fast immer darauf hin.
- Heizöl-Liefermenge statt Verbrauch. Richtig ist Lieferung plus Tankstand am Jahresanfang minus Tankstand am Jahresende.
- Privatfahrten im Firmenwagen herausgerechnet. Für Scope 1 zählt, was durch die Fahrzeuge des Betriebs verbraucht wurde.
Unser Formular warnt bei solchen Werten und fragt Einheiten ausdrücklich ab.
Und dann?
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Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauche ich?
Strom- und Gasabrechnung des Jahres, die Jahresauswertung der Tankkarte oder die Tankbelege, bei Heizöl die Lieferscheine und Tankstände, bei Klimaanlagen das Wartungsprotokoll. Mehr nicht.
Wir haben nur Kilometerstände, keine Liter.
Dann schätzen Sie über Anzahl der Fahrzeuge, Kilometer im Jahr und Verbrauch je 100 km. Im Bericht steht der Wert dann als Schätzung.