Warum die Sparkasse fragt
Kreditinstitute müssen Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken in ihr Risikomanagement einbeziehen. Grundlage sind die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht zum Management von ESG-Risiken (EBA/GL/2025/01, EBA). Die Sparkasse Bochum schreibt dazu ihren Firmenkunden: „Bei der Kreditvergabe sind wir als Sparkasse durch Vorgaben der Bankenaufsicht verpflichtet, die Nachhaltigkeitsrisiken Ihres Unternehmens zu bewerten“ (Sparkasse Bochum).
Schon länger gelten die EBA-Leitlinien zur Kreditvergabe und -überwachung (EBA/GL/2020/06, anwendbar seit dem 30.06.2021). Sie verlangen, bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit auch Risiken aus Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren zu betrachten. Ein kleiner Firmenkunde veröffentlicht meist keinen eigenen Nachhaltigkeitsbericht, also holt die Bank die Informationen über einen Fragebogen ein.
Welche Angaben eine Bank weiterverwenden kann
Am Ende des freiwilligen EU-Standards (Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2026/1560) steht eine Tabelle, die zeigt, welche Angaben Banken und Investoren für ihre eigenen Pflichten nutzen können. Der Offenlegung von Banken nach den Vorgaben der EBA sind dort zugeordnet: die Geokoordinaten der eigenen, gemieteten oder betriebenen Standorte (B1), Klimaziele und die Frage nach einem Übergangsplan (C3) und Klimarisiken (C4). Energieverbrauch sowie Scope 1 und 2 aus B3 gehören zu den Kennzahlen der Offenlegungsverordnung für Finanzprodukte.
Für Sie heißt das: Die genaue Lage Ihrer Standorte ist für die Bank keine Formalie. Aus ihr liest sie ab, ob ein Betrieb in einem Überschwemmungsgebiet liegt. Die Hochwassergefahrenkarten der Bundesländer sind öffentlich; ein Blick darauf vor dem Ausfüllen erspart Rückfragen. Wie die CO2-Zahlen zustande kommen, erklärt die Seite CO2-Bilanz für Unternehmen.
Erwägungsgrund 5 der Verordnung ermuntert Kreditinstitute außerdem, ihre Nachhaltigkeitsfragen an Unternehmen bis 1.000 Beschäftigte möglichst auf die Angaben des Standards zu beschränken. Verpflichtet ist die Bank dazu nicht. Was sich mit dem neuen Rechtsakt gegenüber dem VSME geändert hat, steht unter Voluntary Standard.
Was meist gefragt wird
Die Bögen unterscheiden sich von Institut zu Institut. Häufig geht es um:
- Branche, Standorte und Zahl der Beschäftigten,
- Energieträger für Heizung und Fuhrpark, Stromverbrauch, Ökostrom,
- ob Sie Ihre CO2-Emissionen kennen und sich Ziele gesetzt haben,
- Lage der Standorte bei Hochwasser oder Starkregen und passende Versicherungen,
- Arbeitsschutz, Mindestlohn, Tarifbindung,
- Verurteilungen wegen Korruption und einen Verhaltenskodex.
Was davon nicht im freiwilligen EU-Standard steht, etwa Altlasten auf dem Grundstück, der Energieausweis des Gebäudes oder die Unternehmensnachfolge, markieren wir in der Antwortdatei zum Selbstbeantworten. Für Banken lohnt sich oft das Zusatzmodul, weil es Klimarisiken und Versicherungsschutz mit abdeckt.
Unterlagen, die Sie bereitlegen sollten
Stromrechnung und Gasabrechnung des letzten Jahres, die Tankkarten-Auswertung, die Wasserrechnung, Entsorgungsbelege, Ihre Personalliste zum Jahresende und die Unfallmeldungen an die Berufsgenossenschaft. Wer etwas nicht findet, kreuzt „weiß ich nicht“ an; für Fahrzeuge und Heizung gibt es Schätzhilfen. Wie ein fertiger Bericht mit diesen Zahlen aussieht, zeigt der Musterbericht.
Was es kostet
- VSME-Basisbericht mit CO2-Bilanz249,00 €Bericht B1 bis B11 als PDF, EFRAG-Excel-Vorlage mit Ihren Werten, CO2-Bilanz Scope 1 und 2 auf zwei Seiten. Fertig in etwa einer Stunde.
- VSME-Basisbericht plus Antworten auf einen Kundenfragebogen299,00 €Alles aus dem Basisbericht, dazu die Antworten auf den Fragebogen Ihres Kunden oder Ihrer Bank (bis 60 Fragen). Fertig in etwa 4 Stunden.
- VSME-Bericht Basis und Zusatzmodul (C1 bis C9) plus ein Kundenfragebogen399,00 €Für Banken und größere Kunden: zusätzlich Strategie, Klimaziel, Klimarisiken, Verhaltenskodex und Leitungsorgan. Fertig in etwa 4 Stunden.
- Antworten auf einen Kundenfragebogen99,00 €Ihr Fragebogen als PDF, Word oder Excel wird aus Ihren Angaben beantwortet, offene Punkte sind markiert. Fertig in etwa 4 Stunden.
Dazu wählbar: Aufpreis Fragebogen mit 61 bis 150 Fragen für 49,00 €, Weitergabepaket: Begleitschreiben und Selbsterklärung zur Unternehmensgröße für 19,00 €.
Angebot nur für Unternehmer. Alle Preise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, einmalig, kein Abo. Die Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer kommt automatisch per E-Mail.
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Häufige Fragen
Muss ich den Bogen ausfüllen?
Eine gesetzliche Pflicht für Sie gibt es nicht. Die Bank muss aber Nachhaltigkeitsrisiken in ihrem Kreditgeschäft bewerten. Fehlen Ihre Angaben, schätzt sie selbst, und das fällt selten zu Ihren Gunsten aus.
Arbeiten Sie mit Sparkassen zusammen?
Nein. VSME sofort ist ein unabhängiges Angebot und gehört nicht zur Sparkasse. Wir füllen den Bogen aus Ihren Angaben aus, Sie geben ihn selbst bei Ihrer Sparkasse ab.
Was ist der S-ESG-Score?
So nennen Sparkassen ihre Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken eines Firmenkunden. Wie die Bewertung im Einzelnen gerechnet wird, veröffentlichen die Institute nicht. Gute, belegte Angaben sind aber immer besser als eine Schätzung der Bank.
